Hilfe beim Betrug – das ZDF ist dabei.

Wenn die Neue Linke in etwas besonders gut ist, dann im Selbstbetrug: sie glauben wirklich an die Lügen, die sie verbreiten. Jetzt wurde in der Sendung ‚Leistung zum Nulltarif – Vom Wert der Sorgearbeit‘ auf ZDFInfo ab etwa 22 Min 30 Sek eine dafür hilfreiche App vorgestellt, die zwei junge Gründerinnen entwickelt haben: Who Cares [https://whocares-app.de/] Who Cares ist mit mehreren Timern ausgestattet, mit denen Frau nachhalten kann, wie viel Carearbeit sie täglich leistet. Die App ist wirklich genial – weil ich nicht glauben konnte, was im TV gezeigt wurde, habe ich sie installiert und getestet.

Im TV wurde darauf hin gewiesen, dass Frauen ja oftmals Dinge gleichzeitig tun, z.B. die Waschmaschine laufen lassen, in der Wohnung aufräumen, sich Gedanken über den nächsten Urlaub machen und das alles während in der Ecke ein Kind spielt, das beaufsichtigt wird. Darum kann man bei dieser genialen Zeitmess-App mehrere Timer gleichzeitig starten. Ich habe das getestet und Punkt 13:00 Uhr die Timer für Wäsche, Putzen, Management und Kinder gestartet – und hatte eine halbe Stunde später, um 13:30 Uhr, schon 2 Stunden Haus- resp. Care-Arbeit erledigt. So effizient war ich noch nie bei der Arbeit.

Das ist tatsächlich so im TV vorgestellt worden. Zitat Lina Schwarz, App-Entwicklerin, nachdem sie den ersten Timer gestartet hat: „Und natürlich, manchmal putz man und macht gleichzeitig die Wäsche. Dann kann man 2 Uhren laufen lassen und wenn dann noch die Kinder dazu kommen, weil die auch noch schreien, dann laufen drei Uhren gleichzeitig.“ Und wer ihr dabei in die Augen schaut sieht: sie weiß, dass sie betrügt.

Und jetzt habe ich gedacht, dass die gar nicht sich selbst betrügen wollen sondern uns!

Noch wichtiger aber ist, dass es sich dabei um eine ganz andere bedeutende Lüge handelt: Viele dieser armen Frauen müssten längst verhungert sein, wenn ihre Care-Arbeit nicht bezahlt würde. Wieso leben sie noch? Weil sie von ihren Männern bezahlt werden! Quasi schwarz, unter der Hand. Einfache Schwarzarbeit, sonst nichts.

Ich muss mal eben weg, kotzen.

Propaganda auf 3Sat

Wenn man Menschen manipulieren will, und das ist ja die Absicht von Propaganda, dann versucht man typische menschliche Schwächen auszunutzen, um eine Unwahrheit als wahr erscheinen zu lassen. Dafür gibt es eine Reihe erprobter Mittel und ein sehr wirkungsvolles ist der Skalen-Trick: Menschen neigen dazu, Relationen in Bildern entsprechend den Größenverhältnissen direkt wahrzunehmen, ohne sie numerisch einzuordnen. Nehmen wir als Beispiel die folgenden beiden Grafiken von fiktiven Aktienkursen: welche Aktie ist stärker gestiegen, B im Vergleich zu A, oder D relativ zu C?

Auf den ersten Blick könnte man denken: D, denn der Balken von D ist ja viel länger und dominanter als der von C, während der Balken von B nur ein wenig länger als der von A ist – der Unterschied erscheint erheblich. Aber in beiden Grafiken steht über dem rechten Balken ‚6%‘. Was soll uns das sagen?

Beide Bilder behaupten, den gleichen Unterschied von 6% zu zeigen, aber dafür würde man gar keine Bilder benötigen, 6% kann man einfach hin schreiben. Warum also Bilder? Weil die Bilder anders wahrgenommen werden als eine geschriebene Zahl: das C-D Bild zeigt keine 6%, der D-Balken ist 350% länger als der C-Balken! Trotzdem steht 6% darüber. Das steht in keinem erkennbaren Zusammenhang mit den Balken und erscheint völlig sinnlos – so lange man es nicht unter dem Aspekt des Betrugs sieht: obwohl in beiden Fällen 6% geschrieben wird, sieht man in der C-D Grafik 350% mehr – und fühlt einen Riesen Unterschied. Die Zahl darüber behauptet, es wären nur 6%, aber man sieht und fühlt etwas ganz anderes. Das ist der Skalen-Trick der Manipulation:

Durch das Weglassen oder Verzerren von Skalen werden
Verhältnisse gefälscht wahrgenommen.

In der 3Sat – Sendung ‚Wem gehört die Welt?‘ in Folge 3, etwa ab Minute 33 sieht man eine grafische Darstellung des GenderPayGap. Für den bereinigten GPG sieht die Grafik so aus:

Was fällt einem da auf? Es soll der Eindruck vermittelt werden, der bereinigte GPG sei Riesen groß – obwohl er mit 6% ziemlich gering ist. Da war der Top-Propaganda-Kader von 3Sat am Werk.

Ich denke, das hat den Namen Lügenpresse wirklich verdient.

Propaganda 2 – Klimakrise bei Maithink X

Ist Deutschlands CO2 Ausstoß so gering, dass er im Vergleich zu China nicht ins Gewicht fällt?

In Folge 7 der Show Maithink X sagt Dr. Mai ab Minute 13’30“ provokant: „Wieso sollte Deutschland CO2 sparen, wenn China die ganze Welt verschmutzt?“ und gibt dann natürlich selbst die Antwort: „Die Antwort auf das China-Scheinargument ist, dass ja nicht nur viele große deutsche Firmen Sitze in China haben, sondern dass wir auch noch etliche in China hergestellte Güter importieren. Das heißt, wir sind durch unseren Konsum hier, für den CO2 Ausstoß in China natürlich mitverantwortlich.“

Sie bezeichnet das Argument als Scheinargument, weil – ja warum eigentlich? Sie tut so, als hätte sie mit dem Hinweis auf unsere Mitverantwortung für Geschäfte mit China argumentativ etwas bewiesen – hat sie das?

Was ist denn eigentlich das Argument, um das es geht? Wer etwas nachforscht findet heraus, dass der Anteil Deutschlands am weltweiten CO2-Ausstoß klassisch betrachte bei rund 1,8% liegt , der Anteil Chinas bei gut 30%. So ganz aus dem Bauch heraus bedeutet das: Wir können uns hier in Deutschland den XXX aufreißen, was wir an CO2 einsparen können ist im Verhältnis zu dem was China ausstößt so winzig, dass es dem Klima ziemlich egal ist. Zumal, wenn man sieht, dass Chinas CO2 Ausstoß immer weiter zunimmt, während der CO2 Ausstoß Deutschlands sinkt.

Und nun sagt Dr. Mai implizit, dieses Argument sei falsch, weil Deutschland für entscheidend mehr CO2 Ausstoß als diese 1,8% verantwortlich ist. Dann müsste man ja bei einer genaueren Betrachtung, die auch den CO2 Ausstoß berücksichtigt, der durch unser Verhalten quasi in den Rest der Welt exportiert wird, zu ganz wesentlich anderen Zahlen kommen. Warum nennt Dr. Mai diese Zahlen nicht? Warum nennt sie überhaupt keine Zahlen?

Wie ändern sich denn die Zahlen, die Dr. Mai kennt aber verschweigt, wenn ihr Schein-Argument berücksichtigt wird? Das wurde hier untersucht. Danach steigt der Deutsche Anteil am globalen CO2 Ausstoß bei Berücksichtigung des Handels um 14 % von 1,8% auf etwa 2,1%, der Chinesische Anteil sinkt um 6,3% auf etwa 28%. Die Änderungen sind also gering und damit ändert sich an der obigen Argumentation nichts, die Verhältnisse bleiben im wesentlichen gleich: was wir in Deutschland tun hat keinen großen Einfluss auf das Klima. Dr. Mai benutzt einfach einen hinterlistigen Trick, wenn sie darauf hinweist, dass es da ja noch etwas zu berücksichtigen gibt und so den Eindruck erweckt, damit würde das ganze Argument kippen – tatsächlich kippt da gar nichts. Das ist schlicht Propaganda.

Ändern tut sich erst in dem Moment etwas, wo ‚wir‘ nicht mehr Deutschland meint, sondern einen wesentlich größeren Teil der Welt, z.B. Europa, denn politische Entscheidungen haben einen Hebel der um so länger ist, je mehr Menschen davon betroffen sind. Aber wer sich den Anstieg des CO2-Ausstoßes während der letzten Jahrzehnte anschaut erkennt, dass auch gesamt-Europa den Anstieg nicht aufhalten kann, besten Falls etwas mindern – zumal mittlerweile Prozesse in Gang gekommen sind, die jetzt automatisch ablaufen und von Menschen nicht mehr gestoppt werden können, wie z.B. das Auftauen von Permafrost-Böden. Die Politik kann also den Klimawandel nicht steuern, sie kann nur ein wenig Einfluss auf die Geschwindigkeit nehmen.

Der eigentlich Knackpunkt aber ist: Alle Nationen befinden sich einem Konkurrenzkampf, der teilweise kriegerische Formen hat – so hat China angekündigt, die von den anderen Nationen bis 2050 anvisierte Emissionsfreiheit erst in 2070 erreichen zu wollen – ein Riesen Vorteil im Wirtschaftskrieg gegen den Rest der Welt. Wenn eine Nation zu harten Maßnahmen greift – und damit intern hohe Kosten verursacht – die die eigene Wirtschaft schwächen und von der eigenen Bevölkerung nicht mitgetragen werden, andere Nationen aber nicht vergleichbare Maßnahmen bei sich treffen, dann verschafft das ‚den Anderen‘ einen erheblichen Vorteil. Daran ist der Klimaschutz schon ein mal gescheitert (*): 1989 hatten sich Umweltminister schon ein mal fast auf ein Abkommen zur CO2 Reduktion geeinigt, nur die USA wollten nicht mitmachen, weil das ihre Wirtschaft behindern würde – worauf hin die anderen Länder auch ausgestiegen sind, denn die USA waren ihr Konkurrent und dem durften sie keinen Vorteil im Wettbewerb verschaffen.

Die Politik muss also den Kompromiss finden, bei dem die CO2 Emissionen auf netto Null-Emission reduziert werden, ohne die innere Stabilität zu gefährden, ohne Schäden zu verursachen, die größer sind als die, die bekämpft werden sollen und ohne die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit zu gefährden. Denn nur wer stark ist, kann auch helfen.

Bei der Frage, wann die Emissionsfreiheit im realistischen Idealfall erreicht werden soll, gibt es also Pros und Kontras.

Dazu kommt ein weiterer wesentlicher Punkt: obwohl wir zur Zeit ein rasantes Voranschreiten in der Entwicklung neuer Technologien zur Klimaschonung beobachten, brauchen diese dennoch ihre Zeit. Politische Schnellschüsse können sich oft schon nach wenigen Jahren als Bumerang erweisen und mehr Schaden als Nutzen mit sich bringen, oder die Weichen für suboptimale Wege stellen, weil es zu den optimalen noch etwas gedauert hätte.

Leider hat Greta Thunberg da schreckliches geleistet: sie hatte die Absicht verkündet, die Politiker in Panik zu versetzen, und das ist ihr unglücklicherweise gelungen. Das Resultat sind demonstrierende Kinder die aus Angst vor der Zukunft irrsinnige Forderungen stellen, deren Tragweite sie überhaupt nicht absehen können: in Panik greift man evtl. einfach nach dem Strohhalm, der nicht etwa Halt gibt sondern einfach nur im Wasser treibt, oder nach der Hand eines Ertrinkenden … Und die Konsquenz sind Politiker, die Angst haben vor der großen dummen Masse und durch den Ring springen, den die Neubauers und Thunbergs ihnen hin halten.

Ich möchte da mal eine Metapher benutzen: Die Klimakrise zwingt uns gerade zu einem Ausweichmanöver – und wer bei einem Ausweichmanöver noch Vollgas gibt kommt ganz leicht von der Straße ab und muss mit einem schwerem Unfall rechnen! Auch oder gerade in Gefahrensituationen muss man kühlen Kopf bewahren.

* In ‚Titel Thesen Temperament‘ vom 31.03.2019 erzählt der Journalist Nathaniel Rich – Autor von ‚Losing Earth‘ –  wie am 07.11.1989 eine Umwelt-Konferenz mit 60 Umweltministern aus der ganzen Welt an dem US-amerikanischen Teilnehmer der Bush-Administration scheitert.

Propaganda auf ARD alpha

Eindeutige feministische Propaganda auf ARD alpha in der Sendung ‚Respekt: Feminismus heute – notwendig oder überflüssig?‘ ausgestrahlt am 06.03.22 ab 19:15 Uhr – findet man hier auch in der Mediathek (bis 02.03.2027 ∙ 17:28 Uhr).
In dieser Sendung gibt es einige üble Dinge und meist ist die Propaganda auf alpha ja etwas subtiler, aber das hier war der Hammer, mit einer soo platten Lüge kommen die selten. Das hat ja mittlerweile sogar das ZDF geschnallt, dass das GPG nicht für gleiche Arbeit gilt.
Ab 11’45“ hört man (Zitat):
Der Gender Pay Gap bezeichnet den Unterschied zwischen dem Gehalt, das Männer und Frauen jeweils für die gleiche Arbeit erhalten. Die Zahlen zeigen: Frauen werden auch heute noch schlechter bezahlt als Männer. In Deutschland verdienten Frauen laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2020 durchschnittlich 18% weniger pro Stunde als Männer.“


Scobel und der Antirassismus

Herr Scobel ist natürlich durch Gatekeeper abgeschirmt und wird diese Mail vermutlich niemals zu Gesicht bekommen. Aber wenn ich nicht wenigstens aussprechen könnte wie entsetzt ich von Herrn Scobels intellektueller Untiefe bin, würde es mich zerreißen.

Per Mail den Sender:

Sehr geehrter Herr Scobel,

ich habe Sie jahrelang wegen ihrer intellektuellen Distanz zum Gegenstand geschätzt, die kritische Diskurse erst möglich macht. Diese Distanz haben Sie mit der Sendung vom 25.02.2021 über Rassismus leider verloren. Wer auf der Meta-Ebene – also im Diskurs über Rassismus – nicht in der Lage ist, das Wort ‚Neger‘ zu benutzen und statt dessen vom ‚N-Wort‘ spricht, hat sich hilflos in dem Gegenstand verstrickt, über den er eigentlich nachdenken sollte.

Falls Sie jetzt einwenden wollten, Sie täten das nur, weil Personen durch das Aussprechen des Wortes ‚Neger‘ (re-)traumatisiert werden könnte, muss ich widersprechen:

1. Wenn das ein Grund wäre, Worte nicht mehr auszusprechen, hätten zunächst Juden das Recht, statt der Verwendung z.B. der Begriffe ‚Auschwitz‘ oder ‚Hitler‘ das ‚A-‚ oder ‚H-Wort‘ zu verlangen; und nicht zuletzt das ‚J-Wort‘, da ‚Jude‘ im 3. Reich als Beleidigung und Schimpfwort benutzt wurde.

2. Sprache ist unter anderem eine Vereinbarung, bestimmte Symbole auf bestimmte Bedeutungen abzubilden; nur die Bedeutung hat einen Wert. Das ist den Neonazis schon lange aufgegangen, wenn sie statt des verbotenen ‚Heil Hitler‘ zunächst ‚HH‘ und später die ’88‘ verwendeten, stolz, uns alle ausgetrickst zu haben – die Bedeutung ist geblieben, nur die Symbole wurden ausgewechselt. Wer das verstanden hat erkennt, dass man in diesem Sinn einerseits liebevoll ‚Neger‘ sagen, andererseits aber auch rassistisch ‚POC‘ benutzen kann. Mögliche Traumatisierungen sind dann persönliches Risiko und können jeden in jedem beliebigem Zusammenhang treffen; insbesondere dann, wenn es sich wie hier um soziale Konstrukte handelt.

Denken Sie doch mal darüber nach.

Gruß,

Darf das ZDF eigentlich ‚gendern‘?

ZDF und ARD sollten eigentlich politisch neutral sein, wozu auch die Sprache gehört; man stelle sich vor, Frau Gerster würde von ‚Umvolkung‘ reden und so weiter. Das gäbe einen Skandal.

Indem bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gegendert wird, beziehen sie auch eine politische Position, auf der Gegenseite, und ich denke, dass sie auch das nicht dürfen – oder? Schauen wir mal, in wie weit die Grundelemente unserer Demokratie noch existieren.

Versuch einer Beschwerde, geschickt an das Portal für Programmneschwerden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in einem Interview der WELT am 18.01.2021 bezüglich Genderns in den Nachrichten, sagte Frau Gerster kürzlich „Mittlerweile sind die Beschwerden pro Sendung nur noch im einstelligen Bereich, es setzt also eine Gewöhnung ein“.

Das klingt nach erfolgreicher Umerziehung durch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten!

Gegendert wird mittlerweile praktisch täglich auf allen Kanälen des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, z.B. heute, 28.01.21, in der Sendung ‚NanoSpezial‘ auf ARD-Alpha gegen 18.10 Uhr.

Ich habe vor wenigen Tagen bei der Redaktion des Duden nachgefragt und erfahren, dass keine Zahlen bezügl. Genderns in der Bevölkerung vorliegen und auch keine Untersuchungen dazu bekannt sind. Auf welcher Basis hat Frau Gerster dann entschieden, sie sei kompetent und befugt die Bevölkerung umzuerziehen?

Aus dem Medienstaatsvertrag von 2020, §26 über den Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten, geht hervor, dass es nicht mit dem Auftrag der ÖRR vereinbar ist, eigene politische Ziele zu verfolgen oder sich die Ziele bestimmter politischer Gruppen zu eigen zu machen. Im Staatsvertrag heißt es, Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sei es als „… Faktor des Prozesses freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung zu wirken …“ Weiter heißt es „(2) Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.

Die ÖRR haben sich der deutschen Sprachwirklichkeit unterzuordnen und nicht umgekehrt. Die seit einigen Monaten in Nachrichtensendungen zu hörende Gender-gerechte Sprache widerspricht dieser Sprachwirklichkeit. Sprachanpassungen sind nicht zulässig, wenn sie den politischen Interessen einzelner Gruppen dienen. Politische Gruppen dürfen versuchen, Bürger von ihren Positionen zu überzeugen und sich Mehrheiten dafür zu beschaffen. Wenn das nicht gelingt ist es nicht zulässig, sie mit Hilfe der ÖRR zu erzwingen! Der Beitrag der ÖRR zur politischen Willensbildung liegt in einer umfassenden, neutralen Berichterstattung, nicht aber darin, eine Position zu beziehen oder gar gegen die Bürger durchzusetzen!

Gendern ist ein politisches Statement, eine politische Positionsmarkierung – einem Medium, das unparteiisch sein soll, sich aber politisch positioniert, kann man nicht trauen. Ich habe 4 Jahrzehnte lang ‚Heute‘ im ZDF gesehen, weil ich das ZDF für vertrauenswürdig hielt; das ist es jetzt nicht mehr.

Ich fordere sie auf, ab sofort das Gendern in Sendungen des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks zu unterlassen.

Mit freundlichen Grüßen,
Reinhard Heisterhagen

Dr. Reinhard Heisterhagen
Hebelerweg 54
44388 Dortmund
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Beispiel: ARD-Alpha, NanoSpezial 28.01.2021, 18.10 Uhr
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Gesendet am 28. Januar 2021, 23:00 Uhr über https://www.programmbeschwerde.de/

Die Gedanken sind frei – auch die dummen!

Sabine Heinrich fragte im WDR [Http://bit.ly/38tGoO1]: „Ist es OK, wenn ein Mann einer Frau ungefragt ein Kompliment zu ihrem Outfit macht?“ Wieso ‚Mann‘ und ‚Frau‘? Auch das ‚ungefragt‘ in der Frage finde ich befremdlich – was soll das bedeuten? Wäre es denn OK, wenn eine Frau einen Mann zunächst danach fragt, ob er ihr ein Kompliment zu ihrem Outfit machen möchte? Sind da nicht schon bei der Frage bestimmte Weichen in den Köpfen falsch gestellt worden? Sollte man statt dessen nicht besser fragen: Ist eine Demokratie noch auf dem richtigen Weg, wenn im Fernsehen solche Fragen gestellt werden?

Nun hat ‚OK‘ keine rechtliche Relevanz; es muss also wohl um gesellschaftliche Regeln unterhalb von Gesetzen gehen – wie sollen denn da die Strafen bei Übertretungen aussehen? Jedenfalls möchte Frau Kroymann keine Komplimente bzgl. ihrer Figur, wohl aber bzgl. ihres Outfits hören; und sie möchte nicht angemacht werden. Männer sollen sich heran tasten und erkunden, was sie gerne hören möchte; sie hält das für durchführbar. Komplimente bei denen sich der Mann viel Mühe mit der Formulierung gegeben hat bringen zumindest einen Pluspunkt für den Mann …. Sie weiß, was sie will – wieso sollte sie es bekommen?

Hier hat doch jemand nicht mehr alle Tassen im Schrank, wie kann man sich so etwas ausdenken? Wenn man beleidigt wird, erstattet man Anzeige, wenn man was nicht hören will sagt man „Lassen sie mich bitte in Ruhe.“ Aber dieses vorsichtige Vortasten, das Frau Kroymann sich wünscht, erinnert sehr an die Art, wie Männchen der Schwarzen Witwe sich ans Weibchen tasten: vorsichtige Vibrationen am Netz erzeugen, Signale senden und empfangen und schnell weg rennen, wenn sie heute nicht gut drauf ist. Ist mir völlig unbegreiflich, wie man zu so einem Weltbild kommen kann.

Hat eine Frau Kroymann nicht die Eier in der Hose auf ein unerwünschtes Kompliment mit einem freundlichen Lächeln und einem souveränen „Tut mir leid, sie sind nicht mein Typ“ zu antworten? Anscheinend leben unsere Promis in ganz speziellen ‚Gated Communities‘ bei denen nicht die Räume abgeschirmt werden, in denen sie sich bewegen, sondern die intellektuellen Zugänge zur Außenwelt. Sie lassen sogar ihre E-Mails von Wachpersonal sortieren um sicher zu stellen, dass sie nicht mit der wirklichen Welt in Berührung geraten müssen – so können sie in ihren Filterblasen bleiben und das Gefühl genießen, wichtig zu sein und etwas zu sagen zu haben. Und so kommt eine Maren Kroymann auf die abstruse Idee, es bräuchte spezielle Verhaltensregeln für Männer, denn Männer müssten sich einer Frau – wie ihr? – ganz vorsichtig nähern und ihre Signale aufnehmen und richtig interpretieren um zu erkennen, ob sie den Mund öffnen dürfen um ihr ein Kompliment zu machen; aber nur zur Kleidung, wir wollen ja nicht zu weit gehen.

Das würde ihr gefallen, sich wie eine Königin behandeln zu lassen. Was für ein Menschenbild steckt dahinter? Was für ein Frauenbild? Denn ihre Regeln müssen ja für alle Männer und Frauen gelten, obwohl viele Frauen solche Regeln nicht wollen. Und: Männer und Frauen sind augenscheinlich grundverschieden in ’solchen‘ Dingen: was ist also mit den Männern? Dürfen die auch mal IHRE Regeln für Frauen aufstellen?

In einer pluralen Demokratie muss man die Anderen einfach ertragen; Männer müssen ja auch alles mögliche ertragen, bis hin zum Gendersternchen.

Aber man sagt ja manchmal im Gespräch Dinge, die man so gar nicht gemeint hat. Darum hatte ich sie höflich angeschrieben [bit.ly/3oNzlq6] und um einen Kommentar gebeten, vielleicht hatte ich sie ja missverstanden – selbstverständlich habe ich keine Antwort erhalten. Ich hatte auch versucht, ihre Gesprächspartnerin Frau Sabine Heinrich auf CC zu setzen, aber sie lässt sich wohl noch schärfer abschirmen; jedenfalls habe ich auch von ihr keine Reaktion erhalten. Erstaunlicherweise auch von Jürgen von der Lippe nicht, der tapfer aber vorsichtig Widerstand geleistet hatte gegen diesen erstaunlichen Ausbruch dummen Sexismus’s.

So können Prominente sich wie Könige fühlen und in der für sie bereinigten und kontrollieren Öffentlichkeit dummes Zeug erzählen, ohne jemals mit kritischen Gedanken konfrontiert zu werden – vielleicht ausgenommen, wenn die Bildzeitung über sie berichtet; aber welche Königin ließe sich schon von so einem Blatt erreichen?

Wieso stellen Öffentlich Rechtliche Medien für so etwas eine Plattform dar? Für den Fall, dass die Antwort ‚Meinungsvielfalt‘ lauten sollte: wo ist die Vielfalt? Wo sind die Männer mit anderen Ansichten als sie der feministische Mainstream verbreitet? Der gar kein Mainstream ist, sondern eine gut organisierte, mächtig aufgeblasene Minderheit, die es mit Propagandamethoden und sozialer Gewalt geschafft hat, in vielen Medien die Meinungshoheit zu erobern.

Zu ihrem Outfit hatte ich Frau Kroymann gar nichts sagen wollen, zu ihrem Körper auch nicht. Zu ihrem Intellekt hätte ich jetzt gerne etwas gesagt, aber das würde sie wohl nicht hören wollen.

Was nun?

Nicht dein Ernst! Oder doch?

Nicht dein Ernst! – Eine Frage des Geschlechts im WDR am 29.11.2020

Die Darstellung des Geschlechterverhältnisses im Fernsehen ist im Moment besonders interessant; Sendungen wie die im WDR lassen erstaunliches sichtbar werden. Da ich Frau Kroymann als sympathisch und klug einschätze, habe ich sie angeschrieben und gefragt, ob sie wirklich meint, was sie da gesagt hat. Und da am Gespräch maßgeblich beteiligt, habe ich Frau Sabine Heinrich und Herrn Jürgen von der Lippe auf CC gesetzt.

Mein Resümee in Kürze:

Worauf gründet dieses Selbstverständnis, einen Anspruch auf Sonderbehandlung ‚Der Frau‘ geltend machen zu dürfen? Was ich hier sehe ist nicht das Bild einer modernen, toleranten, demokratischen Gesellschaft, sondern Intoleranz, Sexismus und Demokratiefeindlichkeit. Wollen Sie das wirklich oder habe ich Sie da missverstanden?

Und hier meine Mail an Frau Kroymann:

Sehr geehrte Frau Kroymann, bitte schenken Sie mir eine Minute,

bitte lesen Sie diese Mail.

In einer Diskussion mit Herrn von der Lippe (‚Nicht dein Ernst! – Eine Frage des Geschlechts‘, WDR 29.11.2020/01.12.2020) sagten Sie, Sie wollen keine Komplimente ihren Körper betreffend hören. Herr v.d.Lippe missverstand diese Äußerung und antwortete – wohl in der Annahme, es ginge ihnen um die Sorge, über ihren Körper auf ein Sexualobjekt reduziert zu werden – er können ihren Intellekt ja zunächst gar nicht beurteilen. Dem widersprachen Sie und meinten, es ginge nicht, dass der Körper einer Frau gelobt werde. Komplimente bezüglich ihrer Kleidung würden Sie hören wollen, aber bezüglich ihres Körpers nicht.

Wenn ich das so richtig verstanden habe: warum? Selbstverständlich hat jeder das Recht zu wünschen, was er oder sie will. Aber im Rahmen dieser Sendung geht es doch nicht um Befindlichkeiten Einzelner, sondern um das Verhältnis der Geschlechter; da bedeutet Ihr ‚unangenehm finden‘ doch eine Aufforderung an ‚Die Männer‘ so etwas ‚Den Frauen‘ gegenüber zu unterlassen – insbesondere, wenn man die Kommentare von Frau Heinrich und die Publikumsreaktionen berücksichtigt.

Diese Position kann ich auch nach längerem Nachdenken nicht verstehen, tut mir leid. Können Sie mir das erklären? Warum wollen Sie keine Komplimente ihren Körper betreffend hören, wohl aber ihr Outfit betreffend? Und wenn Sie solche Wünsche haben, wieso meinen Sie, dass die von ihren Mitmenschen respektiert werden müssten?

Wenn Ihre Zeit es zulässt, würde ich mich über eine Antwort sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen,
Reinhard Heisterhagen
——————————–
Transkription eines Gesprächs in ‚Nicht dein Ernst! – Eine Frage des Geschlechts‘, WDR, 29.11.2020/01.12.2020

Kurz vor Ende der Sendung ging es um die Frage, ob ein Mann das Outfit einer Frau loben darf. Diesen Teil des Gesprächs habe ich hier übertragen:

Frage von Frau Sabine Heinrich: Ist es OK, wenn ein Mann einer Frau ungefragt ein Kompliment zu ihrem Outfit macht?

Jürgen von der Lippe: Heutzutage überlegt man sich ob man sagt „Ich muss dir sagen, das sieht einfach toll aus“ weil es als Anmache gewertet werden könnte und Ärger machen könnte. In Amerika steigt ein Mann ja nicht mehr in den Aufzug, in dem er mit einer Frau alleine ist.
Maren Kroymann: Ja … ja … ja.
JvdL: Ich sage das vorwurfsvoll aber ohne Bitterkeit.
MK: Also ich finde Outfit kann man doch akzeptieren, ein Kompliment. Wenn es so was unterschwelliges hat ‚Oh, hast ja ne super Figur, tolle Beine‘ oder … so was geht in eine Richtung die ich unangenehm finde – wenn sozusagen der Körper … die Körperhaftigkeit der Frau in diesem Outfit mehr gelobt wird …
JvdL: Also Maren, wie soll ich denn den Intellekt loben, wenn der sich im Moment nicht aufdrängt?
MK: Intellekt war jetzt gerade nicht das Thema.
JvdL:.Doch, Du hast gesagt ‚die Körperhaftigkeit der Frau‘ ich sehe aber nur die Körperhaftigkeit. Ich müsste also sagen „Wenn du so schlau bist, wie du toll aussiehst …“ … dann hab ich ernsthaft ein Problem.
MK: Das ist auch ein schöner Satz. Da hat sich jemand extrem Mühe gegeben. Das ist schon mal ein Pluspunkt.
JvdL: Das war ich.
MK: Ja ich weiß.
JvdL: Das nähmst du nicht übel?
Sabine Heinrich: Ich würd’s übel nehmen. Wenn du das so sagen würdest da hätte ich das Gefühl, der will mir gleich seine Telefonnummer geben.
MK: Leuchtet dir nicht die Trennung … also es ist doch ein Unterschied, ob ich das Outfit oder den Körper der Frau lobe. Das kann man doch klar machen, sprachlich.
JvdL: Die Frage ist doch, ob ich mittlerweile nicht mehr sagen, nicht mehr formulieren darf, dass ein Mensch mir äußerlich gut gefällt.
SH: Ich spüre ja die Verunsicherung die du hast, wenn man kein Kompliment mehr machen darf. Ich traue Männern durchaus zu, eine Situation abschätzen zu können.
JvdL: Ich empfinde ein Kompliment in aller Regel als schön, wenn man mir ein Kompliment macht. Und es ist schade, wenn man sich überlegt, ob man ein Kompliment macht. Da geht vielen etwas verloren.
MK: Verstehe. Aber was spricht denn dagegen, dass man einen Kontakt sucht zu der Person, der man das Kompliment macht, und abschätzt wie sich die Person mit dem Kompliment fühlt. Dagegen spricht doch eigentlich nichts. Das ist ja im Gegenteil eine sehr angenehme Zuwendung, die diese Person dann erfährt, weil du dir Gedanken machst über sie. Das ist eigentlich auch sehr respektvoll und sehr schön. Also nicht nur dein Kompliment ist schön.
JvdL: Wie soll ich das machen
MK: Hingucken, nicht nur senden, auch empfangen
SH: Ohh Maren, super, das ist … das find‘ ich gut.
Viel Applaus und Ende dieses Themas.

Kritik
Langsam gelesen finde ich dieses Gespräch geradezu erschreckend: Was für ein Menschen- und Geschlechterbild steht hinter solchen Aussagen? Mit solchen Sonderregeln für Männer, die die Frau zur Königin machen, der der Mann sich nur noch gaaanz langsam und vorsichtig zu nähern hat. Wobei er Signale auszusenden und Ihre Reaktion zu empfangen und zu interpretieren hat, um ihren Unwillen nicht zu erregen – weil er sich sonst wessen schuldig macht? Würden Sie auch einer Frau den Rat geben, den ‚Kontakt zu suchen zu einem Mann den sie zurückweist und abzuschätzen wie sich die Person mit der Zurückweisung fühlt‘?

Worauf gründet dieses Selbstverständnis, einen Anspruch auf Sonderbehandlung ‚Der Frau‘ geltend machen zu dürfen? Was ich hier sehe ist nicht das Bild einer modernen, toleranten, demokratischen Gesellschaft, sondern Intoleranz, Sexismus und Demokratiefeindlichkeit. Wollen Sie das wirklich oder habe ich Sie da missverstanden?

Noch ein mal mit freundlichen Grüßen,
Reinhard Heisterhagen

Das faschistische Mycel – II

Woraus besteht das ‚faschistische Mycel‘?

So ein faschistisches Mycel besteht aus Millionen Menschen – Menschen, die im Extremfall bereit sind, in anderen Menschen Sachen zu sehen, Material, das einen Geldwert hat, etwas das benutzt, verbraucht und zum Schluss entsorgt werden kann – wie z.B. Sklaven. Wer so ein Menschenbild hat, braucht nur die richtige Gelegenheit zur freien Entfaltung, um großes Unheil anzurichten. Ein charismatischer Führer kann der Auslöser sein, der das faschistische Mycel zum Austreiben erweckt; jemand, der dem Einzelnen seine Verantwortung und seine Schuld nimmt, jemand der ihm sagt, dass er einer guten Sache dient und dass er ja nur Befehle zu befolgen hat.

Aber auch eine entfesselte Menge, ein Mob, der seine Mitglieder mitträgt, der ihnen sagt, was sie tun müssen – nämlich einfach nur den Anderen folgen und mit machen – kann das Mycel erwecken. Ein Mob, der dadurch die persönliche Verantwortung nimmt, dass er jeden Einzelnen zu einem Rädchen im Getriebe einer große Sache macht. Auch so ein Mob kann dem Einzelnen die Möglichkeit eröffnen, sich zu befreien, sich auszuleben, zu sagen und zu tun was in ihm oder ihr furchtbares schlummert. Und wenn der Mut auch noch nicht ausreicht um jemandem in der realen Welt ein Messer in den Rücken zu stoßen, dann schaff man es doch zunächst mal anonym im Netz – und auch das kann tödlich sein. Auch ein Mob hat meist einen Auslöser und wird oft gesteuert, aber es muss nicht immer gleich ein Hitler sein; auch das kleinste Licht kann den Stein werfen, der eine zerstörerische Lawine auslöst.

So ein Mob hebt das demokratische Prinzip der Gewaltenteilung aus den Angeln, schafft sich seine eigenen Regeln, wendet sie auf andere Menschen an, urteilt ohne Verhandlung aus der Emotion heraus und vollzieht selbst die ‚Bestrafung‘, alles in einer Hand – das ist gefährlich. Aber die ganze Gefahr, die in so einer Masse schlummert, entsteht durch ihre Erregbarkeit: Ist die Masse ruhig und beschäftigt sich mit ‚anderen‘ Dingen, kann sie durch kleine Steine des Anstoßes nicht zur ‚Explosion‘ gebracht werden. Ist sie dagegen sehr aktiv und aufgeheizt, kann sie sich im extremen Fall sogar durch ‚Rauschen‘ selbst erregen, d.h. es kann auch ohne Anlass zu einem Ausbruch kommen. Ausbrüche folgen dabei einem Lawineneffekt: anfängliche Aktivitäten lösen weitere aus, die wiederum weitere Aktivitäten auslösen und so weiter.

Wird so eine Lawine ausgelöst, verstärkt sie sich selbst und setzt große Mengen an Energie frei. Individuen, die sich schon nahe an ihrer Erregungsgrenze befinden, werden durch andere Gruppenmitglieder angestoßen und so über die Schwelle gebracht werden, ab der sie nun selbst aktiv werden und nun selbst mehrere Andere aktivieren; Verstand und Besonnenheit sind dabei nur störend. Die Gefahr die von so einem Haufen ausgeht, hängt damit unter anderem vom herrschenden Erregungslevel ab. Das alles ist im Prinzip unabhängig davon, worum es geht und es funktioniert bei Rechten genau so wie bei Linken. Und es setzt nicht notwendig eine böse Absicht voraus. Um Teil so einer Lawine zu werden braucht es in erster Linie Dummheit.

Das faschistische Mycel bildet solche gefährliche, aktive ‚Haufen‘ und ist weltweit verbreitet. Tatsächlich ist sehr natürlich, denn es stammt aus einer evolutionär alten Zeit. Heutzutage bietet es den Boden für große Katastrophen, denn seine Zellen haben keine Hemmung zu manipulieren, zu diffamieren, Existenzen zu vernichten oder auch zu töten, und befinden sich – Dank neuer Medien – in permanenter Erregung bei einer geringen Erregbarkeits-Schwelle! Ein großes Problem im Umgang mit dieser natürlichen, faschistischen Basis liegt darin, dass es demokratisch betrachtet ganz neutral als verbreitete menschliche Eigenschaft behandelt werden müsste. Um das zu vermeiden, haben die Väter des Grundgesetzes hier einen undemokratischen Riegel vorgeschoben: nicht alles darf demokratisch beschlossen werden, es gibt Grenzen, die auch demokratisch nicht überschritten werden dürfen. Das war sehr klug und nutzt der gesamten Gesellschaft.

Kluge Gesellschaften versuchen also mittels Kultur, den archaischen, faschistischen Kern des Menschen zu dämpfen, aber das gelingt nur ungenügend, denn das Mycel ist riesig und produziert permanent Gift. Zu den verschiedenen Giften des faschistischen Mycels gehört es allgemein, Hass zu schüren und Menschen ihre Würde zu nehmen. Eine seiner Ausprägungen ist z.B. ‚Schwarze Schafe‘ zu benennen, die als Schuldige für irgendwelche Missstände und als Sündenböcke herhalten müssen. Das waren mal ‚Neger‘, die von der amerikanischen Justiz auch heute noch häufig eher als ‚vermutlich schuldig‘ behandelt werden, dann waren es ‚Die Juden‘, die als ‚Schmarotzer‘ bezeichnet wurden und an vielen Übeln der Welt Schuld sein sollten. Heute sind es für manche einfach ‚Die Fremden‘ die Deutschland zerstören wollen, vielfach auch ‚faule Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger‘, denen unterstellt wird, sie wollen gar nicht arbeiten und es sich lieber in der sozialen Hängematte bequem machen. Und für manche sind es ‚Die Männer‘, diffamiert als toxisch und fragil, aber als Vertreter des ‚Patriarchats‘ stark und siegreich. Immer sind die Vorwürfe diffamierend, dumm und unhaltbar und schmecken nach Verschwörungstheorie, aber im Mycel haben sie auch immer ihre Wirkung gezeigt.

Wer bei so was mitmacht, wer in der Lage ist, irgendwelchen Menschen ohne Mitgefühl ihre Würde zu nehmen, der kann jedem seine Würde nehmen und jeden zu einer Sache machen, die Aufgaben zu erfüllen hat ohne einen menschlichen Wert zu besitzen. Das hat z.B. Hitler praktiziert, als er seine Armeen in sinnlose Schlachten schickte, die keinen militärischen Nutzen mehr bringen konnten, sondern nur viele Tote – auch Deutsche, Arier, also Hitlers eigene Leute. Man findet dieses Muster auch bei neoliberalen Wirtschaftsfaschisten, die fordern, dass man am freien Markt auch scheitern und untergehen können müsse; und natürlich auch bei Feministen, die sich gegenseitig entwürdigen, sich Rassismus und Faschismus vorwerfen: statt um eine Diskussion in der Sache geht es solchen Leuten primär darum, Macht zu leben und Personen zu vernichten, und jeder, der anderer Meinung ist oder auch nur dazu aufruft, mal über etwas nachzudenken, wird zum Feind erklärt und zum Abschuss freigegeben. Dann wütet das faschistische Mycel sogar gegen sich selbst.

Damit werden auf allen Ebenen Menschenopfer zu dem Preis, den andere für den eigenen Vorteil zu zahlen haben und sogar der Tod eines Menschen verliert seine Individualität und wird zu einem Wert in einer Statistik.

Ob der Befehl ‚Es zu tun‘ nun von einem großen Führer oder nur von der dummen Masse kommt, das macht gar keinen Unterschied, denn das sind nur die verschiedenfarbigen Hütchen, die der giftige Pilz entwickelt, das Gift aber ist letztlich das selbe: Menschen wird ihr ‚Mensch-sein‘ abgesprochen und sie werden damit zu Freiwild gemacht, das zur Strecke gebracht werden darf.

Aber nicht erst durch den Tod wird ein Mensch seiner Würde beraubt, das ist nur die ultimative Form: Das Mycel benutzt nicht nur die Extreme Tod und vollständige Vernichtung des Feindes, sondern stigmatisiert auch und diffamiert seine Gegner, bewirkt Arbeitsverbote, Auftrittsverbote und öffentliche zur Schaustellung und schändet den Ruf von Menschen, die sich nicht unterwerfen wollen – und das verleiht dem faschistischen Mycel eine enorme Macht! Mittlerweile werden sogar schon einflussreiche Medien unterwandert, ohne jegliche demokratische Legitimation! Das alles ist leider nicht so weit her geholt wie man meinen könnte, denn so etwas schleicht sich schon in unseren Alltag ein.

Auch wenn Menschen ein bestimmter Lebensentwurf verboten und ein anderer vorgeschrieben wird, wenn jemandem vorgeschrieben wird was er zu denken und zu wollen hat, was er sagen darf und was nicht, und wenn eine Hetzjagd auf ihn veranstaltet wird, wenn er gegen diese undemokratisch vom Mob gesetzten Regeln verstößt, ist das ein Aufblühen des faschistischen Mycels.

So konnte eine Frau Rösinger die allgemeine Unwertigkeit des Mannes im ZDF (Aspekte) ungehindert und weithin unbeachtet im Detail ausführen (http://bit.ly/2kirOQb und http://bit.ly/2jEbJF4) und ihn zwischen Affe und Mensch ansiedeln. Und Valerie Solanas konnte – bis heute von Feministen gefeiert – in ihrem SCUM-Manifest Gaskammern für Männer empfehlen. Verbreitet ist allerdings nicht das Ziel die Männer vollkommen auszurotten; meist wird empfohlen für Zuchtzwecke einen männlichen Rest von 10 % der Bevölkerung anzustreben. Das haben Feministinnen, die heute gefeiert werden und gegen die sich kein #Aufschrei regte, in den letzten Jahrzehnten verfilmt, geschrieben und auf Bühnen gebracht.

Faschismus beginnt also nicht erst, wenn Glatzen mit Springerstiefeln marschieren; bzw. korrekter: das faschistische Mycel beginnt nicht erst zu sprießen, wenn Springerstiefel marschieren. Diese Glatzen sind nur die braunen Kappen des Pilzes, der unter der Oberfläche als Mycel lebt und, wenn die äußeren Umstände es begünstigen, zu sprießen beginnt. Das Mycel bringt eben je nach Situation auch ganz andere Ausstülpungen als braune Kappen hervor, z.B. solche in Armani-Anzügen mit teuren Krawatten, aber auch Frauen- und Männer-Hasser, die im Internet ihre Gewaltphantasien ausleben und viele andere mehr; denn sein wahres Wesen ist einfach nur ein Menschenbild: Die Idee von Menschen unterschiedlichen Wertes, von Herrenmenschen und Untermenschen; wer ‚Herr‘ und wer ‚Unter‘ ist, das sucht sich der ‚Faschist‘ dann nach Lage der Dinge selbst aus. Diese Vorstellung von Herren- und Untermenschen hatte nicht nur Hitler angetrieben, sie ist jederzeit und überall weit verbreitetet.

Also seien wir wachsam und achten auf die vielen kleinen Anzeichen des sprießenden Mycels, denn wer bei anderen nach Mikroaggressionen und verstecktem Sexismus sucht neigt offensichtlich dazu, den Mikro-Faschismus bei sich selbst zu übersehen.

Das faschistische Mycel – I

Gesellschaft – Extrempositionen

Politische Positionen lassen sich in der Regel so weit in Details auflösen, dass eine Menge einzelner ‚elementarer Eigenschaften‘ übrigbleibt, bezüglich derer eine Position sich dann – jeweils für jede der Eigenschaften – immer irgendwo zwischen zwei Extremen verorten lässt; manchmal auch nicht dazwischen sondern an einem der Extreme. Erfahrungsgemäß stellen irgendwelche Positionen in der ‚goldenen‘ Mitte – also Kompromisse zwischen den Extrempositionen – die Lösungen dar, die von der großen Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen werden können und die funktionieren – in einer Demokratie ein wesentlicher Punkt.

Dabei geht es nicht nur um ‚Meinungen‘, auch sachlich liegen die besten Lösungen meist in der Mitte, denn Extreme werden meist unverhältnismäßig riskant und teuer. Beispiel: Just in Time Produktion – je geringer die Lagerhaltung, desto billiger kann produziert werden – alle profitieren davon. Fallen dann Transporte aus, steht nach Stunden die ganze Produktion still, weil man ja nichts am Lager hat. Eine ganze Lieferkette wird gestört und das wird sehr teuer. Der optimale Kompromiss ist also, ein kleines Lager: Riesen Lager sind zu teuer, gar kein Lager ist zu riskant und damit auf lange Sicht auch zu teuer. (In der Praxis zählt allerdings meist der schnelle Kosten-Vorteil, das Risiko ist … na ja … dumm gelaufen.) Ähnliche Zusammenhänge trifft man praktisch überall an: Am Anfang ist Optimierung preiswert und bringt viel, am Ende ist Optimierung teuer und bringt kaum noch Vorteile, aber viele Nachteile.

Ein für alle Menschen ganz grundlegendes Gegensatzpaar betrifft die Frage der ‚richtigen‘ Gesellschaftsform an sich, und so kämpfen in unserer Welt zwei Grundideen in ihren Extremen gegeneinander: das eine Extrem wurde von Margaret Thatcher vertreten und so einfach und klar formuliert: „There is no such thing as society“ – es gibt keine Gesellschaft. Also: jeder kämpft gegen jeden, fast ohne Einschränkung der Waffen, aber immer ohne Rücksicht oder Mitgefühl – der Sieger hat den Sieg verdient, weil er gesiegt hat und darf sich darum alles nehmen.

Das andere Extrem verfolgt die Idee, dass es keine Individuen gibt oder geben darf und dass nur das Kollektiv zählt, so ähnlich wie bei Ameisen – das Individuum hat keinen Wert, aber zusammen sind sie erfolgreich. Demnach sind alle Menschen so gleich, dass sie beliebig ausgetauscht werden können. Diese Vorstellung gab es im dritten Reich, ich sehe sie aber auch im Sozialismus und Kommunismus, in dem das Individuum als gefährlich betrachtet wird und wurde, und nur das Kollektiv zählt.

Beide Ideen schließen sich gegenseitig aus – und sind in der Tendenz faschistoid, denn sie leugnen das Wesen der Menschen – und damit seine Würde. Aber Individuum und Gesellschaft bedingen sich gegenseitig und Menschen wollen meist zugleich Individuum und auch Teil einer Gemeinschaft sein.

Beide Extrempositionen konsequent gedacht verlangen nach Gewalt, um die Gesellschaft in Formen zu zwingen, die NICHT den Wünschen der meisten Menschen entsprechen.

Bei genauerer Betrachtung stellt man allerdings fest, dass sogar die Vertreter dieser Extrempositionen diese gar nicht wirklich vertreten, denn sie klammern sich selbst dabei immer aus: Der Gesellschaftsfeind a la Thatcher braucht die hohe Produktivität der Gesellschaft der Anderen, um sie aussaugen zu können, der kommunistische Anti-Individualist betrachtet sich selbst als individuell überlegen, woraus er das Recht ableitet, sich über die Anderen zu stellen, die doch eigentlich gleich, gleichwertig und austauschbar sein sollten.

Das faschistische Mycel

So verschieden diese extremen Formen auch erscheinen mögen, gleichen sie sich doch in der Bereitschaft ihrer Anhänger, andere Menschen der eigenen Ideologie zu opfern und sie zu entmenschlichen: wer nicht zur eigenen Ideologie passt, verliert seine Menschenrechte und seine Würde. Ausgedrückt wird das beispielsweise durch eine nachhaltig entmenschlichende Sprache, die z.B. Juden ‚feige‘, ‚Parasiten‘ oder ‚Schmarotzer‘ nennt, Mütter zu ‚Brutmaschinen‘ macht, Väter als ‚Samengeber‘, Männer allgemein als ‚Trash‘ oder Männlichkeit als ‚toxisch‘ bezeichnet, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Der Trick dabei ist, durch wiederholendes Nennen solcher Begriffe zusammen mit der Zielgruppe, ein negatives Framing zu erzeugen, das nach einiger Zeit automatisch zu Ablehnung und Abwertung führt, ohne dass die Ursachen noch bewusst wären.

Möglich wird diese Entmenschlichung durch Empathilosigkeit (wobei es selbstverständlich auch hier kein simples Schwarz/Weiß gibt; jemand kann auch wenig oder kaum Empathie zeigen, ohne vollkommen empathielos zu sein) und daraus resultierend – wenngleich oft nur implizit – der Möglichkeit zur Unterscheidung in wertes und unwertes Leben. Beide Extreme haben damit eine gemeinsame Basis, die ich das faschistische Mycel nenne. Die bekannteste Frucht die dieses Mycel hervorbringt, ist vielleicht der klassische Faschismus, aber in Abhängigkeit von den Umständen bringt dieses Mycel auch verschiedenste andere ‚giftige Pilze‘ hervor, wie z.B. die Ausrottung von Ureinwohner aller Art, Stalinismus, Sklaverei und Rassismus. Früchten dieses faschistischen Mycels gemeinsam ist die Einteilung der Menschen in wertlose und wertvolle Gruppen, wobei die eigene Gruppe die ‚gute‘, die fremde dagegen minderwertig ist.

So ein Mycel kann lange im Verborgenen lauern, denn es braucht bestimmte Bedingungen um auszutreiben; so lange lauert es fast unerkannt im Untergrund und wartet auf die richtigen Bedingungen um ans Tageslicht zu kommen. Dann durchbricht es die harmlos erscheinende Oberfläche, beginnt auszutreiben und Schrecken zu verbreiten.

Darum ist es wichtig, immer die Augen offen zu halten und auf die Anzeichen zu achten, die das faschistische Mycel ausmachen: Empathilosigkeit und entmenschlichende Sprache.