Feminismus-Kritik – taz-Redakteurin rastet aus

Aufgehängt an der #MeToo Kampagne, hat Jens Jessen, Redakteur der Zeit, sich in der Ausgabe No. 15/2018 in dem Artikel „Schäm dich, Mann!“ getraut, den aktuellen Feminismus zu kritisieren – und die Betroffenen verfallen in Schnappatmung; das ist wirklich kaum zu glauben. Herr Jessens Hauptvorwurf ist, dass Männer eigentlich tun können, was sie wollen, aber in jedem Fall von diesen Feministen als ‚typisch Mann und darum zu bekämpfen‘ dargestellt werden – alleine, weil Männer dem falschen Geschlecht angehören. Und das belegt er vielfältig.

Dass das bei Feministen nicht gut ankommen und irgendwelche Reaktionen hervorrufen würde, war klar; dass sie teilweise einfach ausrasten würden, eher nicht. Patricia Hecht beispielsweise, Redakteur der taz, scheint vollkommen den Verstand verloren zu haben [taz: Titelgeschichte der aktuellen „Zeit“ – Ganz großes Gejammer], anders kann ich mir ihren Artikel nicht erklären.

Zunächst halluziniert sie und malt sich aus, wie Herr Jessen seinen großen Auftritt vor Publikum im Scheinwerferlicht genießt, dann wirft sie ihm „misogyne Tradition“ vor, zitiert ein paar einzelne Worte und Sätze aus seinem Artikel. Auch die Leserschaft – „älteres Semester, konservative Ecke“ wird noch ein klein wenig lächerlich gemacht (schreibt „Leserbrief … über Frauen …, die plötzlich ungefragt die Welt kommentieren„), und dann kommt sie zur Analyse: „Was Jessen schreibt, ist die Selbstvergewisserung der hegemonialen Männlichkeit„. Das ist mal ein Satz. Anschließend gefällt sie sich wieder in abgehobenen Phantasien und malt sich aus, wie Herr Jessen – quasi als getretener Hund – die Bühne wieder verlässt, um dann zu schließen:

Aber vielleicht wäre das gar nicht, was Jessen braucht. Vielleicht braucht er nur eine, die einen alten Mann, der die Welt nicht mehr versteht, an der Hand nimmt, wenn er sich ausgeweint hat. Die ihm ganz sanft sagt, so ist das, wenn man Macht verliert, Jens, so ist das, wenn das alte System wankt. Du darfst verunsichert sein, das ist in Ordnung. Die ihn von der Bühne führt, über der das Scheinwerferlicht längst ausgegangen ist, ihm über den Kopf streichelt und sagt: Lieber Jens Jessen, sorge dich nicht. Alles wird gut.

Der ganze Artikel ist frei von jeglichem Versuch, argumentativ auf Jessens Vorwürfe einzugehen und besteht aus absolut nichts als heißer Luft. Das ist doch kein Journalismus, das ist Stammtisch nach der letzten Rund – und das habe ich in meinem Kommentar auch so ähnlich geschrieben:

Was für eine jämmerliche Reaktion: Viel Aufregung, Jammern, Hauen und Treten und beleidigt sein – aber NULL Inhalt, keinen Punkt aufgegriffen, kein Argument gegen irgendwas. Wieso ist Frau Hecht Journalistin geworden wenn der Kopf so leer und der Bauch so voll Hass ist? Um sich vor großem Publikum auskotzen zu können? Wenn Sie was zu sagen haben, dann tun Sie’s, wenn nicht, lassen Sie’s.

Und jetzt frage ich mich, welches Wort ich hätte weglassen müssen, damit dieser Kommentar auch in der taz erscheint. ‚auskotzen‘ dürfte es eher nicht sein, das habe ich von Frau Hecht übernommen …

Das ist ein subtile Form von Zensur: den Kampfhund von der Leine lassen und dem Anders-Denkenden einen Maulkorb verpassen.

Gibt es feministische Rechtsprechung?

Der Fall mutet zunächst ein wenig bizarr an, der Ursprung reicht einige Jahre zurück. Anfang 2011 hatten die damals 22 jährige Nicol S. und der gleichaltrige Dominik K. ein kurzes, intensives Verhältnis, in dem sie sexuell sehr experimentierfreudig gewesen waren. Als Nicol S. die Beziehung beendete, verlangte sie von ihrem Freund, sie vollständig aus seinem Leben zu streichen; was das bedeuten sollte, war Dominik K zu diesem Zeitpunkt nicht klar. Danach haben beide sich 3 Jahre lang nicht mehr gesehen.

Bei einem Weinfest im Sommer 2014 standen sie sich dann ganz plötzlich und unerwartet gegenüber. Dominik K. soll ’seine‘ Nicol sofort unverschämt und eindeutig angegrinst haben, worauf Frau S. auf Dominik K. zu ging und ihn energisch aufforderte, dieses eindeutige Grinsen zu unterlassen. Als Herr K. der Aufforderung nicht Folge leistete, warf sie ihm vor, sich an intime Details zu erinnern, die ihm jetzt verboten seien.

Dominik K. soll darauf frech erwidert haben, er ließe sich die Erinnerung an ihre intimsten Details nicht verbieten, wobei er bei den ‚intimsten Details‘ besonders breit gegrinst habe. Bestätigt wurde das von Zeugen, die die Szene aus einiger Entfernung beobachtet hatten, bereit, Frau S. gegen den aufdringlichen Kerl zu verteidigen. Eine empörte Zeugin bestätigte, Herr K. habe die sympathische, attraktive Nicol S, die zu diesem Zeitpunkt einen sehr kurzen, engen Rock sowie ein enges T-Shirt mit weitem Ausschnitt trug, bei dieser Gelegenheit ‚wie ein typischer Sexualverbrecher‘ objektifizierend gemustert und ihr auf den Schritt gestarrt habe. Nicol S. war schockiert und verlangte, dass Dominik K. sie umgehend vollständig aus seinem Gedächtnis streiche, und drohte mit Klage.

Diese Klage wurde heute, nach dem man Frau S. einen jahrelangen, erniedrigenden Spießrutenlauf durch die Medien zugemutet hatte, in letzter Instanz rechtskräftig entschieden.

Während die beiden ersten Instanzen Nicol S. mit der fadenscheinigen Begründung abgewiesen hatten, es wäre gar nicht möglich nachzuweisen, ob Dominik K. wirklich alle Erinnerungen an ihre sexuellen Vorlieben und intimen Details zuverlässig aus seinem Gedächtnis getilgt habe, so dass ein Verbot sinnlos sei, sah die letzte Instanz das jetzt anders. Nicols Anwältin, die sich in feministischen Kreisen einen Namen damit gemacht hatte, versteckte sexuelle Gewalt aufzudecken und zur Verurteilung zu bringen, hatte herausgefunden, dass es mittlerweile zuverlässige Verfahren gibt um nachzuweisen, dass ein Mann ein Bild früher schon ein mal gesehen hat; dass er also noch eine – in diesem Fall verbotene – Erinnerung daran hat [1][2][3][4]. Außerdem fand sie ein Urteil des BGH, nach dem das Löschen bestimmter Bilder angeordnet werden kann [5]. Damit hatte sie alles, was sie brauchte, um Dominik K. einer schweren sexuellen Straftat zu überführen. Er wurde umfangreichen Tests unterzogen, bei dem ihm Bilder von Nicols Genitalien gezeigt und seine  Gehirnreaktionen gemessen wurden. Die Messungen waren eindeutig: Dominik K. konnte sich an jedes Detail ’seiner‘ Nicol genau erinnern.

Dominik K. wurde darum rechtskräftig wegen Verletzung der Menschenwürde einer Frau in einem besonders schweren Fall – er konnte sich nachweislich auch an die intimsten Details erinnern und grinste sogar noch vor Gericht – zu 4 1/2 Jahren Haft verurteilt. Außerdem ordnete das Gericht an, dass Dominik K. sich dem Test jedes halbe Jahr zu unterziehen habe bis sichergestellt sei, dass er zu mindestens 90% keine Erinnerung mehr an Nicols intimste ‚Geheimnisse‘ hat. Sollten auch nach Ende der Haft noch intime Erinnerungen weiter bestehen, müsste Dominik K. sich, so bestimmte es die oberste Richterin, einer Gehirnoperation oder einer Behandlung mit Elektroschocks unterziehen, oder weitere Jahre in Sicherungsverwahrung verbringen.

Die Anwältin ließ verlauten, ihre Mandantin werde diesen Sex-Teufel regelmäßig im Gefängnis besuchen und schon dafür sorgen, dass ihm die Erinnerung an sie niemals vergehen werde.

Das Urteil wurde heute, am 01.04.2018 rechtskräftig.

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautete mittlerweile, Dominik K. habe enge Kontakte zu einer auf Geschlechtsumwandlungen spezialisierten Klinik aufgenommen und beabsichtige, einen Teil der 3 1/2 Jahre im Frauengefängnis abzusitzen. Ob es ihm, bzw. ihr, dort besser gefallen wird, darf bezweifelt werden.

Quellen:
1. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/hirnstroeme-computer-rekonstruiert-filme-aus-gedanken-a-787867.html
2. http://www.wissenschaft.de/archiv/-/journal_content/56/12054/1543917/Der-P300-Beweis
3. https://www-old.cs.uni-paderborn.de/fileadmin/Informatik/FG-Szwillus/Bachelor-Studienarbeiten/Brain-Computer_Interfaces__Messmethoden_und_Anwendungen_%E2%80%93_Eine_Literaturstudie.pdf
4. Anne Hauswald, Das Wiedererkennen emotionaler Bilder – eine MEG-Studie
5. https://www.anwalt.de/rechtstipps/nacktfotos-nach-trennung-auf-verlangen-zu-loeschen_076817.html

Anzeige gegen das ZDF wegen Volksverhetzung

Freunde hatten es vorausgesagt, aber ich konnte es kaum glauben: Für Männerhass und Volksverhetzung gegen Männer interessiert sich niemand. Juden – ja, ganz schlimm. Frauen – auch ganz schlimm! Flüchtlinge – im Moment besonders schlimm. Männer – ist schon OK, oder was?

Twitter löscht einen Tweet, in dem es über Noah Becker heißt: „Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären.

Für den Eintrag auf Facebook: „Was hier kommt, und als Flüchtlinge deklariert auf unser Volk losgelassen wird, sind mehr Tiere als Menschen“ gab es eine Strafe von 2.250,00 Euro – wegen Volksverhetzung.

Aber „Mann sein heißt kaputt sein“ oder Männer sind „ im Niemandsland zwischen Affe und Mensch stehen geblieben“
darf öffentlich verbreitet werden ohne dass unser sensibles Volksempfinden sich dafür interessiert?

Nun ja, da es wirklich von keiner Seite irgendeine Reaktion auf meinen offenen Brief bzw. den Beitrag in Aspekte/Mediathek gab, habe ich am 18. Dezember 2017 Anzeige gegen das ZDF erstattet.

Noch am 18 Dezember 2017 erhielt ich die offizielle Empfangsbestätigung der Polizei.nrw.de. In der Bestätigung der Weiterleitung an die Polizei Dortmund, ebenfalls vom 18.12, heißt es:

Das Aktenzeichen liegt derzeit noch nicht vor, sondern wird nach Prüfung der Zuständigkeit durch die sachbearbeitende Dienststelle vergeben.

Heute, am 3. Februar 2018, liegt das Aktenzeichen entweder immer noch nicht vor, oder man hat es mir noch nicht zu gesendet. Noch Mitte 2017 hätte ich mir so manches ‚in Deutschland‘ nicht vorstellen können; aber jetzt kann ich mir vorstellen, dass die Anzeige gezielt vergessen und nicht bearbeitet wird.

Das hier war meine Anzeige:

Betr.: Anzeige gegen das ZDF wegen Volksverhetzung nach §130 StGB sowie Antrag auf einstweilige Verfügung

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erstatte ich Anzeige gegen das ZDF, vertreten durch seinen Intendanten Dr. Thomas Bellut sowie den Leiter Hauptredaktion Neue Medien, Dr. Eckart Gaddum, wegen Verbreitung eines volksverhetzenden Beitrags in der Aspekte-Sendung vom 3. Nov 2017 und dem dazu gehörenden Beitrag mit dem Titel ‚Wir sind nicht radikal genug‘ in der ZDF-Mediathek.

Begründung:
Gegenstand der Klage ist ein Beitrag in der bezeichneten Aspekte-Sendung vom 3.11 über das Theaterstück ‚Feminista, Baby!‘, das zur Zeit in Berlin aufgeführt wird. In der ZDF-Mediathek wird dazu unter dem Titel ‚Wir sind nicht radikal genug‘ ein Gespräch mit Frau Christiane Rösinger wiedergegeben, aus dem in der Sendung vom 3. November ein Ausschnitt zu sehen ist. Insbesondere zwei Stellen des Gesprächs sind meiner Ansicht nach volksverhetzend nach §130 StGB. In diesen Passagen werden folgende Aussagen gemacht:

1. Bei Position 0 Min 34 Sekunden sagt Frau Rösinger:
„Natürlich ist es übertrieben, alle Männer umbringen zu wollen. Das geht ja aus rein humanitären Gründen nicht. Aber …“

2. Bei Position 3 Minuten 03 Sekunden hört man aus dem Off eine Stimme fragen: „Mann sein heißt kaputt sein … Kann das sein, dass da was dran ist?“ Darauf antwortet Frau Rösinger nach kurzer Überlegung: „Ja, ich denke schon. Es gibt auch viele andere schöne Zitate: dass Männer eben nicht zur Empathie fähig sind, gefühlloser Glotzmist, wandelnder Misthaufen, im Niemandsland zwischen Affe und Mensch stehen geblieben …“

Beide Passagen sind unmittelbar verletzend und zielen auf den gesamten männlichen Teil der Bevölkerung.

Wichtig ist dabei, dass weder Frau Rösinger noch das ZDF, in der Sendung vertreten durch die Moderatoren Schück und Sallié, eine in irgendeiner Form relativierende, distanzierende Position zu diesen Aussagen einnehmen, sondern diese unkommentiert genau so stehen lassen, wie sie erfolgt sind. Dabei ist die erste gemachte Aussage von Frau Rösinger ohne jeden Zweifel eine Aussage, die ihre Meinung wiedergibt: sie betrachtet Massenmord an allen Männern nicht als furchtbar und einen schlimmen Fehler, sondern als übertrieben …

In der zweiten Passage antwortet sie direkt auf eine Frage, d.h. wir hören Frau Rösingers Meinung, wenn sie auf die Frage „Mann sein heißt kaputt sein … Kann das sein, dass da was dran ist?“antwortet: „Ja, ich denke schon.“ Sie denkt also, Mann sein heiße kaputt sein und sie spricht das aus. Sie spricht nicht von bestimmten oder einigen Männern sondern von allen; das ist volksverhetzend. Dann ergänzt sie ihre soeben gemachte Aussage um Zitate, die sie schön findet. In dieser Form wiedergegeben, handelt es sich dann nicht mehr um gegebenenfalls schlimme Dinge die jemand anderes gesagt hat und über die man jetzt spricht, sondern es handelt sich um die Wiedergabe der eigenen Meinung, zu der man die Worte eines Anderen benutzt. Das heißt, Frau Rösinger sagt – unter Verwendung von Zitaten – Männer seien „nicht zur Empathie fähig, gefühlloser Glotzmist, wandelnder Misthaufen, im Niemandsland zwischen Affe und Mensch stehen geblieben …“ Auch diese Worte sind zutiefst verletzend und werden an keiner Stelle abgeschwächt oder relativiert.

Frau Rösinger beschimpft damit alle Männer, also einen wesentlichen Teil der deutschen Bevölkerung, und macht diese böswillig verächtlich. Sie setzt das Ansehen der halben Bevölkerung herab indem sie Männer als minderwertig und verachtenswert darstellt und greift somit direkt die Menschenwürde der Männer an.

Wie verachtend ihre Äußerungen sind spürt man besonders deutlich, wenn man einmal die Zielgruppe ‚Männer‘ durch ‚Frauen‘ oder ‚Juden‘ ersetzt: Eine Aussage wie: „Natürlich ist es übertrieben, alle Juden umbringen zu wollen …“ oder „Frauen sind nicht zur Empathie fähig, gefühlloser Glotzmist, wandelnder Misthaufen, im Niemandsland zwischen Affe und Mensch stehen geblieben …“ wirken unmittelbar schockierend.

Darum erstatte ich wegen Verbreitung dieses volksverhetzenden Beitrags, der gegen den § 130 verstößt, Anzeige gegen das ZDF. Außerdem beantrage ich eine einstweilige Verfügung gegen das ZDF zu erlassen mit der Anordnung, den betreffenden Beitrag aus der Mediathek zu entfernen oder entsprechend zu kürzen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.

Hochachtungsvoll

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Links:
Gespräch mit Frau Christiane Rösinger in der Mediathek:
https://www.zdf.de/kultur/aspekte/christiane-roesinger-im-interview-100.html

Aspekte-Sendung vom 03. November 2017 in der Mediathek:
https://www.zdf.de/kultur/aspekte/aspekte-vom-3-november-2017-100.html

Offener Brief: (fast) keine Reaktionen

Es ist jetzt zwei Wochen her, seit ich meinen offenen Brief an das ZDF gesendet habe. Außerdem hatte ich Kopien an folgende Stellen gerichtet:

welt.de
faz.net
sueddeutsche.de
zeit.de
focus.de
spiegel.de
wr.de
deutschlandradio.de

sowie an man-tau.

Automatische Antworten habe ich von Spiegel und Focus erhalte sowie eine persönliche, auf die Sache bezogene, Mail von Herrn Schoppe von man-tau. Das war’s: keine Reaktion vom ZDF oder den übrigen angeschriebenen Adressaten.

Dass man sich nicht für mich interessiert: geschenkt. Aber dass Gedanken über einen Massenmord so ganz ohne Reaktion bleiben finde ich etwas befremdlich. Vielleicht haben sich unsere Qualitätsmedien ja doch darauf geeinigt, Feministen nicht auf die Füße zu treten.

Ermordung aller Männer – Offener Brief zur Aspekte-Sendung vom 3. November 2017

An: aspekte@zdf.de
An: zuschauerredaktion@zdf.de

Sehr geehrter Herr Schück, sehr geehrte Frau Sallié,

leider bin ich erst jetzt auf die Themen der Aspekte-Sendung vom 3. November 2017 aufmerksam geworden, weswegen ich mir diese Sendung aus der ZDF-Mediathek angesehen habe. Besonders interessierte mich der Beitrag „Diese Radikalität fehlt uns heute“ (ein Gespräch mit Christiane Rösinger über Feminismus und #MeToo), in dem es um das SCUM-Manifest von Valerie Solanas geht; ein Ausschnitt des Gesprächs wurde in der Sendung eingespielt.

In diesem Ausschnitt sagt Frau Rösinger: „Natürlich ist es übertrieben, alle Männer umbringen zu wollen. Das geht ja aus rein humanitären Gründen nicht. Aber …“ An dieser Stelle bin ich leicht zusammengezuckt: Männer nicht umzubringen ist für Frau Rösinger also ein Akt der Barmherzigkeit; nicht der Wert eines Menschen an sich verbietet, alle Männer zu töten, sondern sondern weibliche Großherzigkeit.

Das darauf folgende ‚Aber‘ wird erst ab der 3. Minute genauer erklärt: Auf die Bemerkung aus dem Off: „Mann sein heißt kaputt sein … Kann das sein, dass da was dran ist?“ antwortet sie nach kurzer Überlegung: „Ja, ich denke schon. Es gibt auch viele andere schöne Zitate: dass Männer eben nicht zur Empathie fähig sind, gefühlloser Glotzmist, wandelnder Misthaufen, im Niemandsland zwischen Affe und Mensch stehen geblieben …

Das also gefällt Frau Rösinger. Wie ist so eine Aussage einzuordnen?

Der psychologische Kern von Faschismus ist die Unterscheidung in Herrenmenschen und Untermenschen, in wertes und unwertes Leben. Herrenmenschen verfügen danach über das natürliche Recht Untermenschen wie Sachen behandeln zu dürfen, weil Untermenschen geringer an Wert oder unwert seien – diese Unwertigkeit des Mannes führt Frau Rösinger im Detail aus. Valerie Solanas empfiehlt Männern darum in ihrem Manifest Gaskammern für einen schmerzlosen Tod – vielleicht kommt das ja doch noch Frau Rösingers Vorstellung von Humanität entgegen.

Für mich ist dieses Gespräch starker Tobak.

Was mich aber letztlich überrascht ist nicht, dass Menschen solche Ansichten haben; das 3. Reich ist ja noch nicht so lange vorbei, als dass man sich nicht mehr erinnern könnte. Auch erschreckt mich nicht, dass so etwas im Fernsehen gesagt werden darf; das gehört zu unseren demokratischen Errungenschaften, die mir wichtig sind. Was mich betroffen macht ist die Abgestumpftheit der Moderatoren, die bei ihrer Mikroskop-Sicht auf selbst gewählte Aspekte der Gesellschaft nicht mehr wahrnehmen, welche Ungeheuerlichkeiten in ihrem Umfeld und sogar in ihrer Sendung gesagt, oder – per Mediathek – zu ihrer Sendung veröffentlicht werden.

Sich alle Männer tot zu wünschen und diesen Wunsch äußern und begründen zu dürfen ist eines; mit so einer Aussage – öffentlich geäußert – keinen #Aufschrei auszulösen, etwas ganz anderes. Hätte Frau Rösinger statt ‚Männer‘ ‚Juden‘ gesagt oder gar ‚Frauen‘, hätte das in unserer sensibilisierten Medienlandschaft vermutlich eine Welle der Entrüstung mit eigenem Hashtag ausgelöst, die Moderatoren wären zutiefst betroffen gewesen.

Zwar bin ich angesichts solcher Unsensibilität nicht geschockt – mir wurde ja kein unerwünschtes Kompliment gemacht – aber ich bin doch ein wenig betroffen, dass es niemanden mehr aufzuregen scheint, solche Hetze unkommentiert im Fernsehen hören zu müssen. Insbesondere von Ihnen, den Moderatoren der Sendung, hätte ich da zumindest etwas gespielte Empörung erwartet.

Herr Schück wünscht sich zu Beginn der Sendung, „dass nun endlich dieses System ins Wanken gerät, …“  Wenn sein Wunsch in Erfüllung geht könnte es allerdings sein, dass er den glorreichen Start ins 4. Reich gar nicht miterleben darf …

Um Ihrer Versuchung, diese Äußerungen eines alten, weißen Mannes gleich zu entsorgen, entgegen zu wirken, habe ich mir erlaubt, dieses Schreiben als offenen Brief auch an weitere Adressaten zu senden. Vielleicht erhöht das ja die Wahrscheinlichkeit dem Papierkorb zu entgehen; unsere Medien sind ja nicht gleich-geschaltet.

Hochachtungsvoll,
Reinhard Heisterhagen

 

Qualitätsjournalismus oder: Warum dieses Blog jetzt sein muss

In letzter Zeit habe ich mich häufig darüber geärgert, dass unsere Qualitätsmedien zum Teil eine ganz andere Vorstellung von Qualitätsjournalismus haben, als ich. Selbstverständlich kann meine einzelne Meinung bei so viel anderen Meinungen nicht maßgeblich sein; aber vertreten sein sollte sie schon. Und genau das ist der Punkt: von Qualitätsjournalismus erwarte ich, dass komplexe Probleme von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachtet und erklärt werden, denn nur so kann der Leser, Zuhörer oder -Schauer sich ein realitätsnahes Bild von einem Sachverhalt bilden. Das Gegenteil davon ist Filterblasen-Journalismus, der nur noch den Ausschnitt der Realität wahrnehmen kann, der sich direkt vor dem Loch befindet, in das sich der Journalist selbst eingegraben hat. Und das beobachte ich mehr oder weniger ausgeprägt in allen nennenswerten Medien in Deutschland wenn es um das Thema Feminismus oder dessen Umfeld geht: eine kritische Sicht existiert nicht.

Beim Thema Feminismus, Sexismus und so weiter, gibt es fast – ausgenommen sind natürlich die brillanten Artikel eines Thomas Fischer oder Jochen Bittner – nur noch eine einzige Sichtweise, einen einzigen Blickwinkel. So, als gäbe es für unsere Gesellschaft nur einen richtigen Weg in eine glückliche Zukunft, und dieser Weg ist selbstverständlich wieder ein mal nur einer elitären Gruppe bekannt: hier den Feministen. Woher nehmen sie bloß diese Gewissheit, wo sie sich doch permanent gegenseitig und sogar selbst widersprechen?

Die Frage, wie Menschen glücklich werden, habe ich im feministischen Umfeld interessanter weise noch nie diskutiert gesehen – Ideologen haben ihre Gewissheiten. Und sie wissen: durch Gleichheit wird die Welt besser! Folgerichtig wird dann auch nicht mehr die Frage gestellt, was Frauen glücklich macht – geschweige denn alle Menschen – sondern nur noch, wo es in der Gesellschaft Unterschiede nach Geschlecht gibt, die zu beseitigen sind. Wie das geht, hat die Süddeutsche Zeitung auf besonders flache Art im April 2016 demonstriert: Unter dem Titel „Gleichberechtigung Geld, Oscars, Rock ’n‘ Roll – so ungleich sind Männer und Frauen“ [SZ: … so ungleich sind Männer und Frauen] kommt man schnell auf den Punkt. Zitat: „Deshalb haben wir einfach nackte Zahlen zusammengetragen, die dokumentieren, wie groß die Unterschiede zwischen Männern und Frauen immer noch sind“

Die Frage nach der Bedeutung dieser Zahlen stellt sich schon nicht mehr, es geht nur noch darum ein 50/50 bei den Prozenten zu erreichen: Feminismus mit dem Taschenrechner – wie primitiv. Und dass es hier um gesellschaftliche Veränderung und Ziele geht, kann man dem „wie groß die Unterschiede … immer noch sind“ entnehmen: wo etwas immer noch so ist, besteht offensichtlich dringender Änderungsbedarf.

Dass ‚Die Frauen‘ dabei nicht in jedem Fall auf ‚Gleichberechtigung‘ bestehen – wobei das alles mit Gleichberechtigung überhaupt nichts zu tun hat sondern mit Gleichstellung bzw. Gleichheit – wird im nächsten Satz angedeutet: „Nicht jede Zahl muss man total ernst nehmen, …“ – damit niemand auf die Idee kommt, es dränge ‚Die Frauen‘ evtl. in den harten, schweißtreibenden Straßenbau oder an die Hochöfen. Obwohl: Beschäftigte an Hochöfen und im Straßenbau fehlen seltsamer weise in der Auflistung von Unterschieden, obwohl ich gerade hier große Ungerechtigkeiten vermute. Das muss den selbstgerechten Feministen entgangen sein.

Dass Menschen sich eine gerechte Gesellschaft wünschen, muss wohl nicht umfangreich recherchiert werden, das dürfte allgemeiner Konsens sein. Aber dass sie eine gleiche Gesellschaft wünschen? Wollen wir alle gelähmt sein, wenn einer gelähmt ist? Wollen wir alle Moped fahren, wenn wir einen Mopedfahrer sehen? Will wirklich jeder Vorstandsvorsitzender eines Konzerns sein, Vater oder Mutter, Handwerker oder Programmierer … und so weiter? Nein, natürlich nicht. Vielleicht wünschen wir uns alle gleiche Chancen, unsere Ziele zu erreichen, aber die Ziele können sehr verschieden sein.

Natürlich werden jetzt viele Feministen aufschreien (das hoffe ich jedenfalls), dass sie doch auch nur diese Form von Gleichheit wollen und keine wirkliche, genaue Gleichheit (mit den Bedeutungen mancher Begriffe haben Feministen seit je her Probleme). Aber das stimmt nicht. Zum einen machen sie ja nicht nur genaue Vorschriften, wie z.B. die Hausarbeit aufzuteilen sei, zum anderen greifen sie auch Frauen, die einen anderen Entwurf für ein glückliches Leben habe, zum Teil äußerst bösartig an: da geht es um etwas ganz anderes als die Gleichheit der Chancen, sein Leben zu verwirklichen.

So werden vom Feminismus nicht ein mal die kleinen Ungerechtigkeiten des Lebens gelöst. Und die großen Ungerechtigkeiten werden nicht ein mal angesprochen. Wer da ran will, muss gegen den Neoliberalismus, oder wie auch immer der sich jetzt zur Tarnung gerade nennt, kämpfen. Feministen kämpfen aber weder für das Wohl der Gesellschaft noch für das Wohl der Frauen, sie kämpfen für das Wohl eines elitären Zirkels neoliberaler, weiblicher Egoisten.

Diese feministische Propaganda habe ich lange ertragen ohne viel dazu zu sagen. Aber alles hat seine Grenze und die ist jetzt erreicht. Am 3. November 2017 wurde im ZDF eine gegen Männer gerichtete volksverhetzende Passage ausgestrahlt [aspekte vom 3. November 2017] und in der Mediathek in großer Breite Platz eingeräumt [„Diese Radikalität fehlt uns heute“], ohne dies in irgendeiner Form zu relativieren. Daraufhin habe ich den Moderatoren eine höfliche, aber kritische Mail geschrieben und diese, da ich mir wegen schlechter Erfahrungen nicht sicher war, ob Kritik überhaupt zur Kenntnis genommen wird, als offenen Brief an weitere große Rundfunkanstalten und Zeitungen verteilt.

Nach nunmehr fast zwei Wochen hat niemand der angeschriebenen Personen oder Abteilungen auch nur den Eingang der Mail bestätigt. Da ich mir selbst eine Kopie gesendet hatte bin ich aber sicher, dass beim Mailversand nichts schief gelaufen ist – die ausgebliebene Reaktion ist also von den Adressaten so gewollt.

Darum muss ich jetzt zu anderen Mitteln greifen und zunächst Öffentlichkeit schaffen. Im nächsten Blog-Eintrag folgt darum der offene Brief an das ZDF und einige Qualitäts-Medien, die im Punkt Feminismus vielleicht doch nicht ’nicht-gleich-geschaltet‘ sind?

In der Folge werde ich dann den Platz hier dazu nutzen, Artikel – auch ältere – der Qualitätsmedien zum Thema Feminismus näher auf ihren Qualitätsgehalt zu untersuchen.

Bis später,
Reinhard Heisterhagen